Unsere Geschichte
Die Kurzbiografie
der Spielgemeinschaft
Gehren-Geraberg
Die Spielleute von Gehren und Geraberg haben eine lange Tradition und hatten sich im ehemaligen DTSB der DDR zu erfolgreichen Kollektiven in der Leistungs- und Sonderklasse entwickelt. Dort nahmen sie regelmäßig an den stattfindenden Meisterschaften und Sportfesten teil. Mit Rückgang der Mitgliederzahlen schlossen sich die beiden Spielmannszüge 1992 zu einer Spielgemeinschaft zusammen, wie sie auch heute noch existiert. Zurzeit sind in diesem Spielmannszug 25 Spielleute organisiert. Der Spielmannszug Gehren-Geraberg hat seit dieser Zeit an den Thüringischen Landesmeisterschaften und an den Turnerfesten in Hamburg und Leipzig teilgenommen.
Zu den jährlich stattfindenden Landesmeisterschaften des Fachgebietes Spielleute des Thüringer Turnverbandes, zeigte der Spielmannszug in den Wettbewerben um den
Landesmeistertitel sehr gute Leistungen.
Die vorwiegend in Thüringen stattfindenden Auftritte erfolgen und der musikalischen Leitung von Georg Möller, und der Stabführung von Ingo Schmidt.
Die Geschichte der Spielleute aus Gehren
Die Spielleutebewegung in Gehren hat eine weitreichende Vergangenheit. Im November 1958 entstand unter der Leitung der verdienten Sportfreunde Max Hörcher und Max Krannich aus Jesuborn der erste Spielmannszug in Gehren. Später war auch der Sportfreund Kurt Bauer als Übungsleiter tätig. Der Sportfreund Eugen Hörcher kümmerte sich in erster Linie um die organisatorsichen Aufgaben wie Beschaffung von Kleidung und Instrumenten sowie die Vorbereitung von Auftritten. Der Spielmannszug bestand damals ausschließlich aus männlichen Spielleuten aus Gehren, Jesuborn und Möhrenbach.
Der erste Auftritt dieses neuen Klangkörpers war anläßlich des 1. Mai 1959 in Gehren. Das Repertoire war zwar nur ein Marsch, aber es war gelungen, in einem halben Jahr ein spielfähiges Kollektiv auf die Beine zu stellen. Die Übungsstunden konnten Ende der 50iger Jahre nur sonntags von 9 - 11.30 Uhr durchgeführt werden, weil die Übungsleiter damals noch sonnabends arbeiten mußten und der Sportfreund Max Hörcher im Dreischichtbetrieb arbeitete. Die Kleidung der Spielleute war damals die Pionierkleidung, später wurde in einem weißen Hemd und dunkler Hose musiziert.
Im Jahr 1961 nahm der Spielmannszug Gehren am Pioniertreffen in Erfurt teil und belegte bei dem dort stattfindenden nationalen Wettkampf den 3. Platz. Ein weiterer Höhepunkt war die Teilnahme an den DDR – Meisterschaften 1962 in Stendal. Beim Wertungsmusizieren der Jugendspielmannszüge wurde der erste Platz belegt. In Vorbereitung auf das III. Turn- und Sportfest 1963 in Leipzig nahmen sechs Sportfreunde drei Wochen an einem Trainingslager in Bollmannsruh teil. Im Mai 1964 fand das Deutschlandtreffen in Berlin statt, wo auch die Spielleute aus Gehren teilnahmen. Im Rahmen des Auswahlspielmannszuges wurden der Festumzug und andere Veranstaltungen mitgestaltet.
Nach 1967 ruhte die Spielleutebewegung in Gehren etwa sechs Jahre. Auf Initiative des damaligen Pionierleiters Horst Löser wurde im November 1973 die Sektion Spielleute der BSG „Traktor“ Gehren mit ca. 40 Sportfreunden gegründet.
Die Übungsstunden wurden jeden Samstag nach der letzten Unterrichtstunde in der Schule durchgeführt. Beim Aufbau dea Klangkörpers halfen die Sportfreunde Max Hörcher, Max Krannich, Kurt Bauer und Georg Möller. Das Ziel, am 1. Mai 1974 in der Öffentlichkeit aufzutreten, wurde erreicht. Ende Mai nahm der Spielmannszug schon an der Bezirksspartakiade in Ilmenau teil.m Mai 1975 starteten die Gehrener zum ersten Mal zu einer Bezirksmeisterschaft, die in Geraberg stattfand. Gehren kam, sah und siegte vor Mäbendorf, Martinroda und Geschwenda. Der Erwachsenenspielmannszug der BSG „Traktor“ Gehren nahm von 1975 bis 1990 sechzehnmal an den jährlichen Bezirksmeisterschaften des Bezirkes Suhl teil und wurde dreizehnmal Bezirksmeister und dreimal zweiter. Im Jahr 1979 wurde der Aufstieg in die Leistungsklasse III geschafft, und im Jahr 1985 der Aufstieg in die Leistungsklasse II, was einem guten Mittelplatz im DDR – Maßstab entsprach
Im September 1976 wurde zusätzlich zum Erwachsenenspielmannszug ein Nachwuchskollektiv aufgebaut. Im September 1978 nahmen die jungen Sportfreunde an ihrer ersten Bezirksmeisterschaft in Schmalkalden teil. Auch die jungen Gehrener fuhren mit der Goldmedaille nach Hause. Von 1978 bis 1990 nahm der Nachwuchsspielmannszug dreizehn Mal an den Bezirksmeisterschaften des Bezirkes Suhl teil und belegte achtmal den ersten und fünfmal den zweiten Platz. Im Jahr 1981 wurde der Aufstieg in die Leistungsklasse II geschafft. Leider erfolgte im Jahr 1987 der Abstieg in die Allgemeine Klasse. In den Jahren 1978 bis 1990 starteten zu den jährlichen Bezirksmeisterschaften immer zwei Spielmannszüge aus Gehren.
Höhepunkt der Spielleutebewegung war die dreimalige Teilnahme an den Turn- und Sportfesten in Leipzig. Am 11.7.1977 konnten 30 Sportfreunde die Reise zum VI. Turn- und Sportfest nach Leipzig antreten. Am 23.7.1983 fuhren 24 Nachwuchsspielleute zum VII. Turn – und Sportfest. Das Nachwuchskollektiv nahm an allen Großveranstaltungen wie Generalprobe, Prämiere der Sportschau, Wiederholung der Sportschau, Festumzug und Abschlussveranstaltung teil. Leiter des Teilverbandes Nachwuchs war Sportfreund Georg Möller, welcher für über 1000 Sportfreunde verantwortlich war. Bereits am 20.7.83 reisten die 21 Sportfreunde des Erwachsenenkollektives nach Leipzig, die im Rahmen des Sonderverbandes ihre Aufgaben erfüllten. Insgesamt vertraten 47 Sportfreunde die BSG „Traktor“ Gehren und die Stadt Gehren würdig in Leipzig.
Am VIII. Turn- und Sportfest im Jahr 1987 nahmen 32 Sportfreunde teil. Auchdiesmal kamen die Spielleute zu allen Großveranstaltungen wie Eröffnung, Fahnenweihe, Festumzug sowie dreimal Sportschau zum Einsatz.
Die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen der Jahre 1989/90 wirkten sich auch stark auf den Gehrener Spielmannszug und seine Entwicklung aus. Mit der Auflösung des DTSB der DDR trat der Verein in den neu gegründeten Thüringer Turnverband ein und versuchte sich in die nunmehr gesamtdeutschen Spielleutebewegung zu integrieren. Im Sportverein Gehren 1911 e.V. existieren wir numehr unter der Abteilung Spielmannszug.
Vom 22.-25. Juni 1990 nahm der Gehrener Spielmannszug mit ca. 50 Spielleuten an einem nationalen Freundschaftstreffen für Spielmanns- und Fanfarenzüge in Schwanfeld (Unterfranken) teil.
In den Jahren 1991/92 haben viele Spielleute, bedingt durch die gesellschaftlichen Veränderungen, aus beruflichen und persönlichen Gründen den Verein verlassen. Die gleichen Probleme hatten auch viele andere Vereine. Im Frühjahr 1992 hatten wir die Idee, eine Spielgemeinschaft mit dem Spielmannszug aus Geraberg einzugehen, welche bis zum heutigen Tag noch besteht. Durch diesen Schritt wurde die Existenz und Spielfähigkeit der beiden traditionellen Spielmannszüge unserer Region gesichert, und es setzte auf Grund eines sehr freundschaftlichen Verhältnisses eine positive musikalische Entwicklung ein.
Im Jahr 1992 nahmen wir gemeinsam mit den Geraberger Spielleuten wiederum an einem Musikfest in Schwanfeld (Unterfranken) teil.
Als erster großer Höhepunkt nach der Wiedervereinigung Deutschlands bot sich das nächste Deutsche Turnfest 1994 in Hamburg an. Gemeinsam mit den Gerabergern wurde die Turnfestvorbereitung in Angriff genommen. Diese umfasste neben dem Erlernen neuer Musiktitel auch erstmals die finanzielle Absicherung. Die Teilnahme am Turnfest 1994 in Hamburg wurde zum ersten größeren gemeinsamen Auftritt der Spielgemeinschaft. Bei dem aus einem Marschvortrag und einem kurzen Konzert bestehenden Wertungsmusizieren konnte das Prädikat „Gut“ errungen werden. Auch der Festumzug und die Abschlussveranstaltung sowie die vielen gemeinsam verbrachten freien Stunden fanden bei allen Teilnehmern viel Anklang.
Seit 1996 finden jährlich die Thüringer Meisterschaften der Spielleute statt, an denen die Spielgemeinschaft Gehren/Geraberg bisher stets teilnahm und neben vielen guten Ergebnissen 1997 die Bronzemedaille erringen konnte.
In den letzten Jahren sind die Spielleute in erster Linie bei regionalen Veranstaltungen, wie Jubiläen und Festumzügen zu finden. Der Umzug der Schulanfänger zur Schuleinführung und das Schloßparkfest in Gehren sind bei uns schon Tradition.
Besonders zu erwähnen ist das gute Verhältnis zum 1. Mühlhäuser Spielleuteverein, dessen Gäste wir alljährlich zur Stadtkirmes in Mühlhausen sein dürfen.
Autor: Georg Möller (leicht gekürzt)
Die Geschichte der Spielleute aus Geraberg
Der Spielmannszug wurde 1910 durch Mitglieder der „Freien Turnerschaft“ gegründet. Unter den Gründungsmitgliedern waren die Sportfreunde Albert Kühn, Rudolf Schneider, Karl Fröbel, Max Ullrich, Artur Schorr und andere.
In den 20 er Jahren zählte der Spielmannszug etwa 40 Mitglieder. Man nahm an den Sportfesten in Erfurt und später in Nürnberg teil.
Während des II. Weltkrieges ruhten die Aktivitäten des Spielmannszuges, doch nach dem Krieg wurde mit dem Neuaufbau des Zuges sofort begonnen, durch die ehemaligen Mitglieder Reinhold Möller, Max Frankenberg, Hans Gleichmann, Wilhelm Diemar, Alfred Frankenberg, Adolf Hofmann, Karl Marx, Karl Möller, Arthur Robst um nur einige zu nennen.
Mit dem Ausscheiden der älteren Musikfreunde in den 50 er Jahren übernahmen die Sportfreunde Heinz Kühn, Jürgen Robst, Gerhard Möller und später Reinhard Schramm die Leitung. Anfang der 60 er Jahre zählte der Spielmannszug nur noch 11 Mitglieder. Man ging zu dieser Zeit eine Partnerschaft mit den Musikern aus Luisenthal ein und verständigte sich auf das gemeinsame Musizieren.
Ab dem Jahr 1969 trat der Geraberger Spielmannszug wieder eigenständig auf. Man nahm erfolgreich an den Weltfestspielen in Berlin teil. Da man eine höhere Spielklasse erreichen wollte, wurde im Jahr 1971 mit dem Aufbau eines Nachwuchszuges begonnen. Dieser Nachwuchszug bestand bis 1989. Bei den DDR-Meisterschaften feierten Nachwuchs und Erwachsene große Erfolge.
Auch nahm man an allen Sportfesten damals teil und bestritt Auftritte zu allen gesellschaftlichen Höhepunkten. Ob Geburtstage, Jahrfeiern, Hochzeiten oder Kirmes, überall war man musikalisch vertreten.
Nach der Wende im Jahr 1989 gab es im Spielmannszug einen großen Umbruch, der DTSB der DDR wurde aufgelöst und man ist jetzt Mitglied im Thüringer Turnverband. Viele Mitglieder verließen den Verein und man war fast nicht mehr spielfähig. So kam es im Jahr 1993 zu einer Spielgemeinschaft mit dem Spielmannszug aus Gehren die bis zum heutigen Tag Bestand hat.
Man nahm gemeinsam an den Sportfesten in Hamburg und Leipzig teil, sowie an verschiedenen Thüringer Landesmeisterschaften, am Stadtparkfest in Gehren usw. Ganz besonders aber ist die jahrelange Freundschaft zum 1. Mühlhäuser Spielleuteverein 1960 e.V. zu erwähnen, bei dem man zur alljährlichen Stadtkirmes als Gast sein darf. Bleibt zu Hoffen, dass der Spielmannszug vielleicht irgendwann wieder mehr Mitglieder hat und somit einer besseren Zukunft entgegen sehen kann.
Aus der Chronik zum 100-jährigen Jubiläum des Sportvereins SV 08 Geraberg
Autor: Ingo Schmidt
www.smz-gehren-geraberg.de